Leitlinien-Update zu HWI bei Kindern

Nachdem 2015 die erste EAU Guideline zu Harnwegsinfektionen bei Kindern publiziert wurde, war es nach 6 Jahren Zeit für eine Aktualisierung.

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Update der ESPU/EAU Leitlinie zu Harnwegsinfektionen bei Kindern

Kinderurologie

Lisette A. ´t Hoen aus Rotterdam, Niederlande, stellte auf dem diesjährigen virtuellen EAU in der Guideline Session das Update der ESPU/ EAU Guideline zu Harnwegsinfektionen bei Kindern vor (P0309). Dazu wurde die relevante Literatur von 2015-2020 ausgewertet (2015 wurde die erste EAU Guideline publiziert). Die höchste Inzidenz liegt bei Knaben < 6 Monaten und nimmt dann mit dem Alter ab. Bei Mädchen ist dies umgekehrt – hier steigt die Inzidenz mit dem Alter.

Die Diagnostik sollte so wenig invasiv wie möglich sein. Vor dem Beginn einer Antibiotikatherapie sollte in einem zweistufigen Vorgehen eine Urinprobe genommen werden:
1. Sauberes Auffangen von Urin zum Screening und
2. Katheterurin oder suprapubische Entnahme für das Anlegen einer Urinkultur.

Harnwegsinfektionen können auf anatomische Abnormalitäten hinweisen.
Non-E. coli-Infektionen, hohes Fieber und in der Sonografie sichtbare Abnormalitäten zählen zu den Risikofaktoren, die in den letzten Jahren als solche identifiziert wurden und bedürfen einer weiteren Abklärung. Das Flowchart zum therapeutischen Vorgehen wurde u.a. aktualisiert (Abb. 1).
Es wurde insbesondere hervorgehoben, dass es nicht nur wichtig ist, die aktive Infektion zu behandeln, sondern auch rezidivierenden HWIs vorzubeugen.

Abb.1: Flowchart zum therapeutischen Vorgehen adaptiert nach EAU Guideline Paediatric Urology 2021

Sandra Murgas

Medizinisch‑wissenschaftlich verantwortlich:

Dr. Sandra Murgas

Senior Medical Manager Urologie