Kongressberichte

Der 30. Dresdner Urologentag, der am 7. und 8. November 2025 unter der wiss. Leitung von Prof. Dr. Christian Thomas, Direktor der Urologie am Uniklinikum Dresden, stattfand, bot eine hochkarätige Plattform für den fachlichen Austausch zu aktuellen Entwicklungen der Urologie. Zwölf renommierte Referentinnen und Referenten aus Klinik, Forschung und Praxis präsentierten in Vorträgen und praxisorientierten Workshops neue Erkenntnisse und praxisrelevante Themen aus verschiedenen Bereichen der Urologie.  

Die folgende Berichterstattung fasst die zentralen Inhalte und Diskussionen des 30. Dresdner Urologentages zusammen.  

Dresdner Urologentag 2025

Uro-Onkologie

Im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis

Das Management uro-onkologischer Erkrankungen wird immer differenzierter und komplexer. Klinische Entscheidungen werden daher zunehmend interdisziplinär getroffen. Was dies in der Praxis bedeutet, wurde in spannenden Vorträgen adressiert: Wie lassen sich die neuen Empfehlungen zum Prostatakarzinom im Alltag umsetzen? Inwiefern erleichtert eine präzise Nomenklatur die zytologische Diagnostik beim Harnblasenkarzinom? Und welche Kriterien helfen in Fällen, die in Leitlinien nicht abgebildet sind? 

Fortschritte in der Behandlung des Prostatakarzinoms: Die Leitlinie 2025 im Fokus
Prof. Dr. Hans Schmelz, Koblenz 

Tumorgrading in der Zytologie des Harnblasenkarzinoms (HBCA) – Eine interdisziplinäre Diskussion aus pathologischer und urologischer Sicht
Univ.-Prof. Ruth Knüchel-Clarke, Aachen
Prof. Dr. Frank vom Dorp, Duisburg 

Uro-onkologisches Tumorboard
Prof. Christian Thomas, Dresden
Dr. Andreas Haßler, Berlin 

Nebenwirkungen im Griff – effektives Nebenwirkungsmanagement uro-onkologischer Therapien
Dr. Frank Becker, Neunkirchen
Dr. Séverine Banek, Dresden

Infektiologie

Welche Wege führen aus der Antibiotikakrise?

Infektionen bleiben ein Sorgenkind der Medizin: Antibiotikaresistenzen fordern in Deutschland bald so viele Leben wie das Prostatakarzinom. Der Experte berichtete, wie ultraschnelle mikrobiologische Verfahren, neue Diagnosekriterien, immunologische Marker und moderne Biomarker die Diagnostik von Harnwegsinfektionen künftig erleichtern könnten. Therapeutisch sind nur wenige Fortschritte in Sicht. 


Urologische Infektionen: Ein Mikrokosmos voller Herausforderungen
Prof. Dr. Florian Wagenlehner, Gießen

Sexualität und Andrologie

Raum für sensible Themen 
Zwei Tabuthemen standen im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen: Sexualstörungen der Frau und Infertilität des Mannes. Obwohl weibliche Sexualstörungen häufig sind, finden sie weder in der Forschung noch in der (urologischen) Praxis genügend Beachtung. Kommunikation ist der erste Schritt, um den Frauen wirksam helfen zu können. Ebenso belastet ein unerfüllter Kinderwunsch die Betroffenen erheblich. Im Workshop gab es ein praxisorientiertes Update zum diagnostischen Vorgehen aufseiten des Mannes. 


Die verborgenen Facetten der Intimität: Sexualstörungen bei Frauen

Priv.-Doz. Dr. Désirée Louise Dräger, Rostock


Workshop: Andrologie: aktuell und praxisnah

Prof. Dr. Sabine Kliesch, Münster 

Digitalisierung

Entlastung oder „Technostress“?

Digitalisierung und künstliche Intelligenz: für einige ein Fortschritt, für andere ein Reizthema. Sich der rasanten Dynamik in diesem Bereich zu entziehen, funktioniert jedoch nicht mehr. Vielmehr geht es darum, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) werden im klinischen Alltag vielfach schon mit Erfolg eingesetzt, etwa beim Prostatakarzinom oder der überaktiven Blase. Ärzte und Patienten profitieren am meisten davon, wenn die App zum Anwender oder zur Anwenderin passt. 

Der digitale Arzt – Vision oder bereits Realität? 

Workshop: Digital, praktisch, gut – Erfahrungen, Integration und Nutzen von DiGAs im Praxisalltag
Dr. Alexandra Widmer, Hamburg

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