Vielfalt, innovative Diagnoseverfahren und anspruchsvolle Therapien machen die Urologie zur attraktiven Fachdisziplin. Eine gute Orientierung über aktuelle Entwicklungen bot das diesjährige Urologinnentreffen in Frankfurt/M. Seit mittlerweile 5 Jahren bietet es eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch aus weiblicher Fachperspektive. Das breit gefächerte Programm griff hot topics aus verschiedenen Teilbereichen der Urologie auf. Expertinnen berichteten aus erster Hand praxisnah über wichtige Fortschritte und lieferten damit die Basis für angeregte Diskussionen.
Andrologie
Extreme hautnah: Grenzen und Innovationen in der Andrologie
Mod.: Prof. Dr. Sabine Kliesch, Münster
Kinderwunsch und Andrologie sind stark miteinander verbunden. In den Vorträgen zu diesem Thema wurde klargestellt: Eine gute andrologische Diagnostik ist Voraussetzung, um eine gezielte Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch einzuleiten, wobei die Genetik eine immer größere Rolle spielt. Zugleich mehren sich die Indizien, dass männliche Infertilität ein Indikator für verschiedene systemische Erkrankungen sein kann. Die Urologie könnte im Zuge dessen mehr Verantwortung in der Früherkennung und Prävention übernehmen.
Spagat Uroonkologie: Evidenz vs. Versorgungsrealität
Mod.: Prof. Dr. Julia Heinzelbecker, Marburg
In diesem Themenblock berichteten die Referentinnen kompakt über wichtige Neuerungen und deren Praxisrelevanz. Schwerpunkte waren die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom sowie das uroonkologische Nebenwirkungsmanagement bei modernen Systemtherapien. Näher beleuchtet wurde zudem miRNA-371, ein vielversprechender Biomarker in der Diagnostik des Hodentumors. Nicht weniger wichtig ist das Tabuthema Sexualität bei onkologischen Patientinnen und Patienten: Vorgestellt wurden Wege, die beiderseitige Scheu, dies anzusprechen, zu überwinden.
Nicht-onkologische Leitlinien reloaded: Was ist neu, was bleibt?
Mod.: Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, Villingen-Schwenningen
Neue Evidenz aus Forschung und klinischer Erfahrung sorgt für eine hohe Dynamik bei urologischen Leitlinien: viele wurden jüngst überarbeitet oder sogar ganz neu erstellt, zum Teil zu seltenen und damit besonders herausfordernden Indikationen. Zwei Referentinnen erläuterten in Überblicksvorträgen strukturiert und übersichtlich die wichtigsten Updates. Im Mittelpunkt standen die pädiatrische Urologie sowie die interstitielle Zystitis / Blasenschmerzsyndrom.