BPS / LUTS beim älteren Mann – Nichts Besonderes oder eine Herausforderung?
Der ältere BPS-Patient ist häufig auch ein Patient mit Polymedikation. Eine Herausforderung bei der Therapiefindung. Eine aktuelle Untersuchung beleuchtet die Auswirkungen und Risiken der gleichzeitigen Einnahme mehrerer Medikamente und zeigt, wie eine sorgfältige Medikamentenverwaltung die Lebensqualität verbessern kann(1).
Ältere und geriatrische Patienten mit benignem Prostatasyndrom (BPS) sind in der urologischen Praxis sehr häufig und verdienen unter dem Gesichtspunkt der Polymedikation besondere Aufmerksamkeit. BPS-Symptome, wie Schwierigkeiten beim Wasserlassen, häufiger nächtlicher Harndrang, ein schwacher Harnstrahl und das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können, führen häufig zu Schlafstörungen, erhöhter Tagesmüdigkeit und einer erheblich verminderten Lebensqualität. Diese Probleme werden durch andere altersbedingte und behandlungsbedürftige Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mobilitätseinschränkungen oft noch verstärkt.
Herausforderung Polymedikation:
Die Behandlung des BPS bei älteren Patienten erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Vorteile. Chemisch-synthetische Standardpräparate, wie Alpha1-Blocker und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer helfen, die Symptome zu lindern, haben jedoch potenzielle Nebenwirkungen, die bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente verstärkt werden können. Besonders problematisch sind systemische Nebenwirkungen, die zu Verwirrtheit, Schwindel, Stürzen und kognitiven Einschränkungen führen können. Eine sorgfältige Überprüfung und Anpassung der Medikation ist daher entscheidend, um die anticholinerge Last zu minimieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Ein ganzheitlicher Ansatz, der auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen wie Urologie, Allgemeinmedizin und Pflege umfasst, ist unerlässlich, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
Eine aktuelle Publikation bewertet die Präferenzen und Therapietreue von Patienten bei der Behandlung von LUTS/BPS und hebt die potenziellen Vorteile der Phytotherapie hervor.1
Es zeigte sich, dass die Phytotherapie bei der Behandlung von LUTS/BPS eine wichtige Rolle spielen kann. Sie bietet ein überlegenes Sicherheitsprofil mit weniger störenden Nebenwirkungen als verschreibungspflichtige Medikamente. Insgesamt könnte sie eine wichtige Lücke in der Pharmakotherapie von LUTS/BPS schließen, um eine ausreichende Therapietreue zu gewährleisten, wo verschreibungspflichtige Medikamentenklassen versagen und letztendlich eine angemessene Verbesserung der Symptome zu erreichen.
Die Behandlung von BPH bei geriatrischen Patienten erfordert eine sorgfältige und individualisierte Herangehensweise, um die Lebensqualität zu verbessern und die Symptome effektiv zu managen.
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Quelle:
1 Tamalunas et al. Phytomedicines in Pharmacotherapy of LUTS/BPH – What do Patients Think? Patient Preference and Adherence 2024: 18 2507-2518

